Bandscheibenvorfall beim Hund – Erkennen, Vberstehen, Unterstützen
Was ist ein Bandscheibenvorfall beim Hund?
Ein Bandscheibenvorfall (IVDD) entsteht, wenn Material aus dem Inneren einer Bandscheibe austritt und auf Rückenmark oder Nerven drückt. Betroffen sind häufig chondrodystrophe Rassen (z. B. Dackel, Französische Bulldogge, Shih Tzu), aber grundsätzlich kann jeder Hund erkranken. Die Folgen reichen von Rückenschmerz bis hin zu Lähmungen – frühes Erkennen ist entscheidend.
Typische Symptome – so erkennst du die Warnzeichen
- Steifer, unsicherer Gang oder eingeschränkte Beweglichkeit
- Zittern/Unruhe, v. a. beim Aufstehen oder Hinlegen
- Vermeidung von Treppen, Springen oder Spielen
- Schmerzempfindlichkeit im Rückenbereich
- Lahmheit/Pfotenschleifen der Hinterbeine
- Probleme beim Harn- oder Kotabsatz bis Inkontinenz
Sofort zum Tierarzt/Klinik: plötzliche Lähmung, Verlust des Tiefenschmerzes, starke Schmerzen, akute Inkontinenz/Harnverhalt.
Ursachen & Risikofaktoren für einen Bandscheibenvorfall
Häufigste Ursache ist der Verschleiß der Bandscheiben (Alter, genetische Veranlagung). Weitere Risikofaktoren:
- Übergewicht – zusätzliche Belastung der Wirbelsäule
- Rassespezifische Veranlagung (z. B. Dackel, Mops, Bulldogge)
- Frühes/intensives Springen oder abrupte Belastung
- Fehl-/Überbelastung durch ungeeignete Aktivitäten
Diagnose beim Tierarzt – das passiert bei Verdacht
Zuerst erfolgt eine neurologische Untersuchung (inkl. Tiefenschmerz-Test). Zur genauen Lokalisation werden je nach Fall Röntgen (Screening), CT oder MRT eingesetzt. So lässt sich bestimmen, welche Bandscheibe betroffen ist und ob konservativ oder chirurgisch behandelt wird.
Behandlungsmöglichkeiten – konservativ oder OP?
Konservative Therapie (leichte bis moderate Fälle, Tiefenschmerz vorhanden):
- Strikte Ruhe für i. d. R. 4–6 Wochen (kein Springen/Treppen)
- Tierärztlich verordnete Schmerz-/Entzündungshemmer
- Angeleitete Physiotherapie, später kontrollierter Wiederaufbau
- Harnblasenmanagement, falls nötig
Chirurgische Behandlung (schwere Fälle/kein Tiefenschmerz/Therapieversagen):
- Druckentlastung des Rückenmarks (z. B. Hemilaminektomie)
- Entscheidend: zeitnahes Handeln bei neurologischen Ausfällen
So gestaltest du den Alltag mit einem Hund mit Bandscheibenvorfall
- Rutschfeste Umgebung (Teppichläufer/Antirutsch-Matten)
- Rampen/Stufenhilfen statt Sprünge aufs Sofa/ins Auto
- Geführte, gleichmäßige Bewegung statt „Weekend-Warrior“
- Orthopädisches Bett, korrektes Anheben (Hände unter Brust & Becken)
- Gewichtskontrolle: schlanker Body-Condition-Score entlastet die Wirbelsäule
Ernährung & Nahrungsergänzung bei Rückenproblemen
Ernährung heilt IVDD nicht, sie kann aber Regeneration & Gewichtsmanagement unterstützen:
- Omega-3-Fettsäuren (z. B. Algenöl) als ernährungsphysiologische Unterstützung
- Glucosamin & Chondroitin – Bausteine des Gelenkknorpels/Bindegewebes
- Kollagen – unterstützt Bänder, Sehnen und Bandscheibenstrukturen
- Vitamin E/C – antioxidative Unterstützung
Wichtig: Ergänzungen sind zusätzlich zur tierärztlichen Behandlung zu sehen. Bitte immer mit deiner Tierärztin/deinem Tierarzt abstimmen.
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FAQ
Ist immer eine OP nötig?
Nein. Leichtere Fälle mit vorhandenem Tiefenschmerz sprechen oft auf strikte Ruhe, Schmerztherapie und Physio an. Ohne Tiefenschmerz ist die OP-Prognose in der Regel besser als rein konservativ.
Wie lange Boxenruhe?
Meist etwa 4–6 Wochen strikte Ruhe, danach stufenweise Belastungssteigerung nach Plan.
Welche Rassen sind besonders gefährdet?
Häufig betroffen: chondrodystrophe Rassen wie Dackel, Französische Bulldogge, Pekinese, Shih Tzu, Basset. Grundsätzlich kann jeder Hund erkranken.
Wann ist es ein Notfall?
Bei plötzlicher Lähmung, starkem Schmerz, Harnverhalt/Inkontinenz oder Verlust des Tiefenschmerzes bitte sofort in die Tierklinik.