Erkrankungen von Zeckenbissen

Gefährliche Überträger: Krankheiten durch Zeckenbefall beim Hund

Zecken sind nicht nur lästige Parasiten, sondern auch gefährliche Überträger von Krankheitserregern. Unter den zahlreichen von Zecken übertragenen Erkrankungen sind die Borreliose, Anaplasmose, Babesiose und Ehrlichiose die prominentesten. Doch während das Bewusstsein für die Risiken dieser Erkrankungen steigt, werden oft entscheidende Faktoren beim Einschätzen des Übertragungsrisikos übersehen.

Verbreitung und Aktivitätszeit der Zecken

Die Verbreitung und Aktivität der Zecken spielen eine entscheidende Rolle bei der Übertragung von Krankheitserregern. Die am weitesten verbreitete Zeckenart in Deutschland ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Diese Zecken sind ab Temperaturen von etwa 10 °C aktiv und sind hauptsächlich in den Monaten März, April und September aktiv. Ihre bevorzugten Aufenthaltsorte sind Wälder, Waldränder, hohes Gras und Brachflächen. Der Gemeine Holzbock überträgt die gefährlichen Krankheitserreger der Lyme-Borreliose (Erreger: Borrelia burgdorferi auch Borrelien), der Anaplasmose (Erreger: Anaplasma phagocytophilum auch Anaplasmen) sowie der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) (Erreger: Arboviren).

Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) ist in den östlichen und südwestlichen Teilen Deutschlands anzutreffen. Sie ist besonders an sonnigen Flächen mit Büschen oder Bäumen aktiv und unterscheidet sich darin von anderen Zeckenarten. Sie überträgt die Babesiose (Erreger: Babesia canis) und ihre Aktivitätszeit erstreckt sich sogar über die kalten Monate Januar und Februar.

Die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) stammt ursprünglich aus Afrika und hat durch Reisen in die Mittelmeerländer und vereinzelt nach Deutschland gefunden. Sie ist hauptsächlich in beheizten Wohnungen anzutreffen und überträgt Babesiose, Anaplasmose und Ehrlichiose.

Zecken bei Hunden

Erkrankungen durch Zeckenbefall

Lyme-Borreliose: Vielfältige Symptome und Übertragungsraten

Die Lyme-Borreliose zeigt sich in verschiedenen Formen beim Hund. Die akute Form beginnt oft mit einer entzündlichen Schwellung der Einstichstelle und einer ringförmigen Hautrötung um sie herum. Innerhalb von 10 Tagen nach dem Zeckenstich können folgende Symptome auftreten:

  • Fieber, Hautentzündung
  • Lahmheit
  • Gelenk- und Muskelentzündungen
  • neurologische Störungen

Manchmal bleibt die Infektion mit Borrelien vom Halter unbemerkt und entwickelt sich erst nach Wochen oder Monaten. Dies kann von Fieberschüben über Beeinträchtigungen des Allgemeinbefindens bis hin zu Störungen der nervalen Funktionen und Lähmungen reichen.

Etwa 35% der Gemeinen Holzböcke tragen Borreliose-Erreger in sich. Interessanterweise wird geschätzt, dass etwa zwei Drittel der Hunde in Deutschland mit Borrelien infiziert sind und Symptome entwickeln. 

Es ist wichtig zu wissen, dass der Nachweis von Borrelien-Antikörpern im Blut allein nicht zwangsläufig auf eine Lyme-Borreliose hinweist, da klinische Symptome fehlen können. Jeder Hund, der bereits Kontakt mit Borrelien hatte und ein gesundes Immunsystem besitzt, bildet Antikörper und kann eine Borrelien-Infektion ohne medizinische Hilfe überwinden. 

Die Übertragungsdauer beträgt etwa 24 Stunden, sodass eine zeitnahe Entfernung einer infizierten Zecke die Übertragung und Infektion verhindern kann.

Anaplasmose: Auf dem Vormarsch und doch rätselhaft

Die Canine Anaplasmose wird durch Bakterien der Gattung Anaplasma verursacht. Wenn die Krankheit ausbricht, äußert sie sich in veränderten Blutbildern mit Blutplättchenarmut und Anämie. Typische Symptome sind plötzliches Fieber, Müdigkeit, Apathie, vergrößerte Milz und Leber, Unwohlsein, Appetitlosigkeit sowie Gelenkentzündungen und -schwellungen. Glücklicherweise ist die Canine Anaplasmose heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

In ihrem Buch "Anaplasmose beim Hund - Infektion häufig, Krankheit selten" beschreiben Michele Bergmann und Katrin Hartmann, dass in Deutschland ca. 1/3 bis 1/5 aller Hunde Antikörper gegen Canine Anaplasmose aufweisen. 

Etwa 4% der Gemeinen Holzböcke tragen diese Erreger in sich. Eine Übertragung der Erreger erfordert, dass die Zecke für etwa 36-48 Stunden am Wirt anhaftet. Dies bietet die Gelegenheit, durch schnelles Entfernen der Zecken eine Infektion zu verhindern.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) beim Hund

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine von Zecken übertragene Krankheit. Während sie beim Hund selten bis gar nicht auftritt, stellt sie für den Menschen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar und wird in einigen Regionen sogar als meldepflichtige Erkrankung eingestuft.

Babesiose: Die Hundemalaria und ihre Auswirkungen

Die Auwaldzecke trägt die Babesiose-Erreger, die auch als Hundemalaria bekannt sind. Diese Krankheit führt zur Zerstörung roter Blutkörperchen und kann dadurch eine mehr oder weniger ausgeprägte Blutarmut auslösen. Die Symptome treten etwa 1 bis 3 Wochen nach dem Zeckenstich auf und variieren stark. Sie reichen von unspezifischen Allgemeinstörungen über Fieber, Apathie, rot verfärbtem Urin bis hin zu zentralnervösen Störungen und Atemnot. Die individuelle Immunabwehr des Hundes spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Hunde aus Mittelmeerländern haben aufgrund natürlicher Resistenzen gegen Babesiose-Erreger weniger Probleme mit dieser Krankheit.

In Deutschland lebende Hunde benötigen im Fall einer schweren, akuten Infektion nach beispielsweise einem Urlaub in Südeuropa medizinische Unterstützung. Die starken Symptome der akuten Phase der Babesiose sind für den Halter offensichtlich. Warnungen vor unbehandeltem Verlauf, der tödlich sein kann, sollten ernst genommen werden. 

Laut einer Statistik im Deutschen Tierärzteblatt von 3/2007 waren in einem Zeitraum von 2 Jahren (2005 + 2006) insgesamt 313 inländische Hunde an Babesiose erkrankt, nachgewiesen durch den PCR-Test. Dies entspricht etwa 150 Hunden pro Jahr. Bezogen auf die geschätzte Anzahl von etwa 10 Millionen in Deutschland lebenden Hunden beträgt der prozentuale Anteil nachgewiesener Babesiose-Fälle lediglich 0,0015 %.

Die genaue Rate der mit Babesiose-Erregern infizierten Auwaldzecken wurde offenbar noch nicht erforscht. Diese Zeckenart ist in unseren Breiten relativ neu und nicht überall so verbreitet wie der Gemeine Holzbock. Sie konzentriert sich auf bestimmte lokale Stellen, an denen sie vermehrt auftritt, teilweise in Nestern. (Quelle: www.zecken-radar.de)

Die Übertragungsdauer der Babesiose-Erreger durch die Auwaldzecke beträgt etwa 48-72 Stunden, während www.parasitosen.de einen Zeitraum von 12-72 Stunden je nach Aktivitätsgrad der Zecke angibt.

Die Ehrlichiose: Ein Problem für Hunde aus den Mittelmeerländern

Die Ehrlichiose betrifft hauptsächlich Hunde in oder aus den Mittelmeerländern und stellt kein großes Problem für inländische Hunde dar. Die Symptome der akuten Phase dieser Erkrankung umfassen Fieber, Erbrechen, Durchfall sowie Nasen- und Zahnfleischbluten.

Da das Auftreten der braunen Hundezecke in Deutschland eher selten ist und nicht jede dieser Zecken zwangsläufig Ehrlichiose (Ehrlichia canis) oder Babesiose-Erreger trägt, ist eine Infektion in unseren Regionen eher ungewöhnlich. Dies wird auch von der Universität Hohenheim bestätigt, wie in einem Interview mit Katrin Fachet auf Tasso.net zu lesen ist. Dort wird auf eine geringe Anzahl von 2 Zecken im Jahr 2018 und etwa 10 Zecken im darauffolgenden Jahr in ganz Deutschland verwiesen.

Natürliche Abwehrkräfte des Hundes

Entwicklungsgeschichtlich haben Wölfe und Hunde schon immer mit Parasiten gekämpft und besitzen daher natürliche Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger. Ein starkes Immunsystem kann eine angemessene Immunantwort auf Erreger wie Borrelien, Babesien und Anaplasmen bieten. Ein gesundes Immunsystem bildet Antikörper aus, wenn der Hund mit Erregern in Kontakt kommt, und kann so Krankheitssymptome abwenden.

Die Tatsache, dass die meisten Hunde ohne Probleme mit Zecken klar kommen, zeigt, dass sie in der Lage sind, mit einem normalen Zeckenbefall umzugehen. Nur eine kleine Anzahl von Hunden zeigt Symptome wie Müdigkeit, Appetitverlust und nervale Störungen. Diese Hunde reagieren oft auch negativ auf chemische Schutzmittel, da diese nicht das Einstechen der Zecke verhindern. Ein stärkeres Bewusstsein für die Zeckenkontrolle und das Entfernen der Zecken sind wichtig, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern.

Fazit: Aktiver Schutz und Achtsamkeit

Zecken übertragen gefährliche Krankheitserreger auf Hunde, die schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen können. Ein umfassendes Verständnis der Verbreitung und Aktivität der Zecken sowie der Übertragungsdauer der Erreger ist entscheidend, um das Risiko zu minimieren. Sowohl chemische als auch natürliche Schutzmittel haben ihre Vor- und Nachteile, aber die regelmäßige Zeckenkontrolle und das rechtzeitige Entfernen von Zecken sind unerlässlich. Ein starkes Immunsystem des Hundes kann eine entscheidende Rolle bei der Abwehr von Krankheiten spielen. 

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