Allergien beim Hund erkennen und behandeln – Ausschlussdiät, Allergietest & Therapie
Allergien beim Hund gehören zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in der Kleintiermedizin. Ob Futterallergie, Umweltallergie (atopische Dermatitis) oder Flohspeichelallergie – die Symptome reichen von dauerhaftem Juckreiz und Hautproblemen bis hin zu Magen-Darm-Beschwerden. Mit einer gezielten Diagnose, der richtigen Ernährung und einer passenden tierärztlichen Therapie lässt sich die Lebensqualität betroffener Hunde in vielen Fällen deutlich verbessern.
- Juckreizhäufigstes Symptom
- 3 FormenFutter-, Umwelt-, Flohallergie
- 8–12 WochenAusschlussdiät zur Diagnose
- bis zu 10 %der Hunde mit atopischer Dermatitis
- Leitsymptom fast aller Allergien beim Hund ist Juckreiz, vor allem an Pfoten, Ohren, Gesicht, Achseln und Bauch.
- Futterallergie und Umweltallergie sehen oft gleich aus. Sicher unterscheiden lassen sie sich nur durch eine Ausschlussdiät über 8–12 Wochen.
- Bluttests, Haar- oder Speicheltests eignen sich nicht, um eine Futterallergie nachzuweisen.
- Ein Allergietest ist nur sinnvoll, wenn eine Umweltallergie feststeht und eine Desensibilisierung geplant ist.
- Allergien sind meist nicht heilbar, lassen sich aber gut kontrollieren und verkürzen die Lebenserwartung in der Regel nicht.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind Allergien beim Hund?
- Arten von Allergien beim Hund im Überblick
- Futterallergie beim Hund – häufigste Auslöser und Mechanismus
- Futterallergie oder Futtermittelunverträglichkeit – der Unterschied
- Atopische Dermatitis beim Hund (Umweltallergie)
- Flohspeichelallergie beim Hund
- Symptome einer Allergie beim Hund erkennen
- Diagnose: Wie wird eine Allergie beim Hund festgestellt?
- Allergietest beim Hund: Was kostet er?
- Behandlung und Therapie von Allergien beim Hund
- Prognose und Lebenserwartung bei Allergien
- Ernährung und Futter bei Allergien – was wirklich wichtig ist
- Schlüsselnährstoffe bei allergischen Hunden im Überblick
- BugBell – Insektenprotein als Ernährungsgrundlage
- Häufige Fragen zu Allergien beim Hund (FAQ)
- Wissenschaftliche Quellen & Belege
Was sind Allergien beim Hund?
Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen – sogenannte Allergene. Statt diese Stoffe zu tolerieren, produziert der Körper spezifische Antikörper (vor allem IgE), die bei erneutem Kontakt eine Entzündungsreaktion auslösen. Diese Reaktion kann die Haut, den Darm, die Ohren und die Atemwege betreffen.
Allergien beim Hund entstehen selten plötzlich: In der Regel kommt es zu einer Sensibilisierungsphase, in der das Immunsystem das Allergen „kennenlernt" und schrittweise eine Überempfindlichkeit aufbaut. Erst nach wiederholtem Kontakt – oft über Monate oder Jahre – treten klinisch sichtbare Symptome auf. Das erklärt, warum viele Hunde ihrem bisherigen Futter gegenüber plötzlich reagieren, obwohl sie es jahrelang problemlos vertragen haben.
Laut aktuellen Schätzungen in der Veterinärdermatologie sind bis zu 10 % aller Hunde von atopischer Dermatitis betroffen – Futterallergien und Flohallergie kommen zusätzlich hinzu. Allergien zählen damit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen beim Hund.

Arten von Allergien beim Hund im Überblick
Beim Hund werden drei Hauptformen der Allergie unterschieden:
| Allergieart | Auslöser | Typische Symptome | Diagnose |
|---|---|---|---|
| Futterallergie (CAFR) | Proteine in Futter (Rind, Huhn, Weizen, Milch) | Juckreiz, Hautausschlag, Magen-Darm-Probleme, Otitis | Ausschlussdiät + Provokationstest |
| Atopische Dermatitis (Umweltallergie) | Hausstaubmilben, Pollen, Schimmelpilze, Tierhaare | Saisonaler oder ganzjähriger Juckreiz, Hautrötungen, Ohrenentzündungen | Favrot-Kriterien + Intradermaltestung / IgE-Serologie |
| Flohspeichelallergie (FAD) | Flohspeichel-Antigene | Starker Juckreiz am Rücken, Rute und Oberschenkel, Haarverlust | Klinisches Bild + Flohnachweis + Therapieerfolg |
Futterallergie beim Hund – häufigste Auslöser und Mechanismus
Bei der Futterallergie beim Hund (englisch: Cutaneous Adverse Food Reaction, CAFR) reagiert das Immunsystem auf spezifische Nahrungsproteine. Die häufigsten Auslöser sind laut wissenschaftlicher Datenlage:
- Rind: ca. 34 % der nachgewiesenen Futterallergien beim Hund – damit das am häufigsten identifizierte Allergen
- Milchprodukte: ca. 17 %
- Huhn: ca. 15 %
- Weizen: ca. 13 %
- Lamm, Soja, Mais, Ei: weitere relevante, aber seltener nachgewiesene Allergene
Die Reaktion beruht auf einem immunologisch vermittelten Mechanismus: Nach wiederholtem Kontakt mit einem Futterprotein bildet das Immunsystem IgE-Antikörper oder sensibilisierte T-Zellen gegen dieses Protein. Bei erneutem Kontakt wird eine Entzündungsreaktion ausgelöst, die sich vor allem an der Haut und im Magen-Darm-Trakt zeigt.
Entscheidend: Die meisten Hunde mit Futterallergie haben das auslösende Protein jahrelang ohne Probleme gefressen, bevor die Symptome auftraten. Das liegt daran, dass die Sensibilisierung schrittweise verläuft und meist erst nach einer langen Expositionsphase ein klinisch messbares Niveau erreicht.
Wie eine Ausschlussdiät Schritt für Schritt abläuft, erklären wir ausführlich im Ratgeber Ausschlussdiät beim Hund.
Futterallergie oder Futtermittelunverträglichkeit – was ist der Unterschied?
Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich verwendet, medizinisch meinen sie aber Verschiedenes:
- Futterallergie: Das Immunsystem ist beteiligt. Schon kleine Mengen des Allergens können Beschwerden auslösen, meist an der Haut.
- Futtermittelunverträglichkeit: Keine Reaktion des Immunsystems. Ursache sind z. B. fehlende Verdauungsenzyme oder bestimmte Inhaltsstoffe. Die Beschwerden betreffen häufiger den Magen-Darm-Trakt und hängen oft von der Menge ab.
In der Tiermedizin werden beide als „unerwünschte Futtermittelreaktionen“ zusammengefasst, weil sie sich am Hund kaum unterscheiden lassen. Der Weg zur Diagnose ist derselbe: eine Ausschlussdiät mit anschließendem Provokationstest.
Atopische Dermatitis beim Hund (Umweltallergie)
Die canine atopische Dermatitis (CAD) ist eine genetisch bedingte, immunvermittelte Hauterkrankung. Sie ist durch eine chronische, juckende Entzündungsreaktion auf Umweltallergene gekennzeichnet – vor allem auf Hausstaubmilben, Pollen (Gräser, Bäume, Kräuter), Schimmelpilze und Tierepithelien.
Charakteristisch sind:
- Rassendisposition: Besonders anfällig sind Französische Bulldoggen, West Highland White Terrier, Shar-Peis, Labrador und Golden Retriever, Deutsche Schäferhunde und Boxer
- Beginn meist im jungen Alter: Klinische Zeichen treten typischerweise zwischen dem 1. und 3. Lebensjahr auf
- Saisonale oder ganzjährige Symptome: Pollenallergien verlaufen saisonal, Hausstaubmilbenallergien meist ganzjährig
- Typische Lokalisationen: Pfoten (Pfotenlecken), Ohren (Otitis externa), Achseln, Bauch, Leiste, Gesicht und Augenregion
- Hautbarrierestörung: Hunde mit CAD haben eine verminderte Barrierefunktion der Haut, was Infektionen mit Bakterien (Staphylokokken) und Hefen (Malassezia) begünstigt
Hausstaubmilben- und Futtermilbenallergie beim Hund
Hausstaubmilben gehören zu den häufigsten Auslösern der atopischen Dermatitis. Weil sie in Betten, Polstern und Teppichen leben, verläuft eine Milbenallergie meist ganzjährig.
Eng verwandt sind Futter- oder Vorratsmilben (z. B. Tyrophagus putrescentiae). In frisch geöffnetem Trockenfutter finden sie sich laut Studienlage meist nur in sehr geringer Zahl. Vermehren können sie sich vor allem, wenn Futter warm und feucht lagert, etwa in der Garage. Deshalb gilt:
- Trockenfutter im Haus, kühl, trocken und gut verschlossen lagern.
- Lieber kleinere Packungen kaufen, die zügig aufgebraucht werden.
- Für Ausschlussdiät und Provokationstest jeweils frisch gekaufte Packungen verwenden.
Pollen- und Gräserallergie beim Hund
Reagiert ein Hund auf Pollen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern, treten die Beschwerden saisonal auf, je nach Pflanze vom Frühjahr bis in den Herbst. Typisch sind Pfotenlecken nach dem Spaziergang, gerötete Augen und Juckreiz am Bauch. Pfoten und Bauch nach dem Spaziergang mit einem feuchten Tuch abzuwischen, verringert den Kontakt mit Pollen. Die Allergie selbst behandelt das aber nicht.

Flohspeichelallergie beim Hund
Die Flohspeichelallergie (Flea Allergy Dermatitis, FAD) gilt als häufigste Allergie beim Hund. Sie entsteht durch eine Überempfindlichkeitsreaktion auf bestimmte Speichelproteine der Katzenflöhe (Ctenocephalides felis), die auch Hunde häufig befallen.
Typisch ist ein intensiver Juckreiz besonders im hinteren Körperbereich: Rücken, Rute, Oberschenkel und Flanken. Bereits ein einziger Flohbiss kann bei sensibilisierten Hunden stundenlangen Juckreiz auslösen. Flöhe selbst sind oft nicht sichtbar, weil betroffene Hunde diese durch Kratzen und Beißen entfernen – der sogenannte Flohkotnachweis am Rücken ist deshalb das wichtigste diagnostische Hilfsmittel.
Die einzige kausale Therapie ist eine konsequente, ganzjährige Flohprophylaxe aller Haustiere im Haushalt sowie eine Behandlung der Umgebung, da Flohlarven und -puppen überwiegend in Teppichen, Polstern und Ritzen überleben.
Symptome einer Allergie beim Hund erkennen
Allergische Reaktionen beim Hund äußern sich überwiegend an der Haut, den Ohren und dem Magen-Darm-Trakt. Die Symptome sind je nach Allergieart ähnlich und daher ohne gezielte Diagnostik nicht voneinander unterscheidbar:
- Dauerhafter oder wiederkehrender Juckreiz (Pruritus) – das häufigste und auffälligste Symptom
- Pfotenlecken und -kauen – häufig ein frühes Zeichen einer Allergie
- Ohrenentzündungen (Otitis externa), oft beidseitig und wiederkehrend
- Rötliche, entzündete Haut in Achseln, Leiste, Bauch und Gesicht
- Haarausfall durch Kratzen, Beißen und Scheuern
- Sekundäre Haut- und Ohreninfektionen mit Bakterien oder Malassezia-Hefen
- Magen-Darm-Symptome (bei Futterallergie): Durchfall, Erbrechen, Blähungen, veränderter Kot
- Rötliche Verfärbung des Fells an Pfoten, Gesicht und Maul (sogenannte Speichelfleckung)
- Lidrandentzündungen und tränendes Auge
- In schweren Fällen: Hautveränderungen, Verdickung und Schuppung (Lichenifikation)
Diagnose: Wie wird eine Allergie beim Hund festgestellt?
Die Allergiediagnose beim Hund ist komplex, da es keinen einzelnen Test gibt, der alle Allergiformen zuverlässig erkennt. Die Diagnostik erfolgt schrittweise als Ausschlussverfahren.
Schritt 1: Ausschluss anderer Ursachen
Zunächst werden Erkrankungen ausgeschlossen, die ähnliche Symptome verursachen: Parasiten (Sarcoptes, Demodex, Cheyletiellen), bakterielle Infektionen, Hefepilze, Schilddrüsenerkrankungen und andere systemische Erkrankungen.
Schritt 2: Flohprophylaxe
Eine konsequente Flohbehandlung über mindestens 8 Wochen ist immer der erste Schritt – auch wenn keine Flöhe sichtbar sind – um eine Flohspeichelallergie auszuschließen.
Schritt 3: Ausschlussdiät zur Diagnose der Futterallergie
Die einzig verlässliche Methode zur Diagnose einer Futterallergie ist die strenge Eliminationsdiät über 8–12 Wochen:
- Ausschließlich eine neue, bisher unbekannte Proteinquelle plus eine neue Kohlenhydratquelle
- Keine Leckerlis, Snacks, Kauspielzeuge oder Tabletten mit Fleischgeschmack
- Nach erfolgreicher Diät: Provokationstest mit der alten Nahrung zur Diagnosebestätigung
- Laut Studienlage erreichen 80 % der futterallergischen Hunde nach 5 Wochen, und über 90 % nach 8 Wochen Remission der Symptome
- Beim anschließenden Provokationstest treten die Symptome bei der Hälfte der Hunde innerhalb von 5 Tagen und bei 90 % innerhalb von 14 Tagen wieder auf
Ausführlich erklärt: Ausschlussdiät beim Hund – Ablauf, Dauer und typische Fehler.
Schritt 4: Allergietestung für Umweltallergien beim Hund
Erst nachdem Futterallergie und andere Ursachen ausgeschlossen wurden und die klinische Diagnose einer atopischen Dermatitis gestellt ist, sind Allergietests sinnvoll:
- Intradermaltestung (IDT): Injektion von Allergenen in die Haut – gilt als Goldstandard für die Identifikation relevanter Umweltallergene
- Allergenspezifische IgE-Serologie: Bluttest auf allergenspezifische IgE-Antikörper – weniger invasiv, aber auch weniger spezifisch als IDT
- Blut-, Haut- und Kottests als Allergietests sind nicht geeignet, um eine Futterallergie zu diagnostizieren – wissenschaftliche Studien zeigen hier keine verlässliche Genauigkeit
Was kostet ein Allergietest beim Hund?
Ein Allergietest auf Milben und Pollen kostet je nach Praxis, Labor und Zahl der getesteten Allergene etwa 100 bis 400 Euro. Dazu kommen die Untersuchung und beim Hauttest gegebenenfalls eine Sedierung. Juckreizstillende Medikamente können das Ergebnis verfälschen und müssen vorher je nach Wirkstoff einige Tage bis Wochen abgesetzt werden. Sinnvoll ist der Test vor allem, wenn anschließend eine Desensibilisierung geplant ist.

Behandlung und Therapie von Allergien beim Hund
Die Therapie richtet sich nach der Art der Allergie, dem Schweregrad und dem individuellen Hund. In der Regel ist ein multimodaler Ansatz am erfolgreichsten:
-
Allergenkarenz: Die wirksamste Therapie ist die Vermeidung des auslösenden Allergens – bei Futterallergie durch dauerhaft angepasste Ernährung, bei Flohspeichelallergie durch konsequente Flohprophylaxe.
-
Kortikosteroide (Prednisolon): Wirksam zur kurzfristigen Kontrolle von Juckreiz und Entzündung; bei Langzeitanwendung erhebliche Nebenwirkungen möglich (Immunsuppression, Cushing-Syndrom).
-
Oclacitinib (Apoquel®): JAK-Inhibitor, der gezielt den Juckreiz-Signalweg hemmt; wirkt schnell und ist für die Langzeittherapie geeigneter als Steroide.
-
Ciclosporin (Atopica®): Immunmodulator für die Langzeittherapie der atopischen Dermatitis; langsamer Wirkungseintritt (4–8 Wochen).
-
Lokivetmab (Cytopoint®): Monoklonaler Antikörper gegen IL-31 (zentraler Juckreizmediator); monatliche Injektion, gut verträglich.
-
Allergenspezifische Immuntherapie (ASIT, Desensibilisierung): Einzige kausale Therapie der atopischen Dermatitis; durch schrittweise Gewöhnung des Immunsystems an spezifische Allergene. Ansprechrate ca. 50–80 %; die Wirkung zeigt sich meist erst nach vier bis sechs Monaten; dauerhafter Therapieerfolg möglich.
-
Topische Therapie: Spezielle Shampoos, Hautpflegesprays und Ohrtropfen unterstützen die Hautbarriere und bekämpfen Sekundärinfektionen.
-
Behandlung von Sekundärinfektionen: Bakterielle Infektionen (Pyodermie) und Hefeinfektionen (Malassezia-Dermatitis) müssen gezielt behandelt werden – sie können den Juckreiz erheblich verstärken.
-
Dauerhaft angepasste Ernährung: Langfristig unverzichtbar bei Futterallergie; ergänzend hilfreich bei atopischer Dermatitis (Omega-3, Hautbarriere-Nährstoffe).
Prognose und Lebenserwartung bei Allergien beim Hund
Allergien beim Hund sind in der Regel nicht heilbar, aber mit den richtigen Maßnahmen gut kontrollierbar. Die Prognose hängt von der Art der Allergie und der Konsequenz der Therapie ab:
- Futterallergie: Sehr gute Prognose, wenn das auslösende Allergen identifiziert und konsequent vermieden wird. Viele Hunde sind mit einer dauerhaft angepassten Ernährung dauerhaft beschwerdefrei.
- Flohspeichelallergie: Exzellente Prognose bei konsequenter, ganzjähriger Flohprophylaxe aller Haustiere im Haushalt.
- Atopische Dermatitis: Chronische Erkrankung, die eine lebenslange Therapie erfordert. Mit ASIT und/oder moderner Pharmakotherapie (Oclacitinib, Lokivetmab, Ciclosporin) ist ein gutes Symptommanagement möglich. Viele betroffene Hunde erreichen bei guter Behandlung ein nahezu normales Lebensalter.
Eine frühzeitige Diagnose, konsequente Allergenkarenz und eine enge tierärztliche Betreuung sind entscheidend für eine gute Lebensqualität.
Ernährung und Futter bei Allergien – was wirklich wichtig ist
Die Ernährung ist bei allergischen Hunden eine der wirkungsvollsten Stellschrauben – insbesondere bei der Futterallergie, aber auch als ergänzende Maßnahme bei der atopischen Dermatitis. Das falsche Futter kann Symptome dauerhaft aufrechterhalten oder verstärken, während das konsequente Weglassen des auslösenden Allergens bei einer Futterallergie zu einer deutlichen Verbesserung führen kann.
Grundprinzipien der Ernährung bei allergischen Hunden
- Monoprotein-Futter: Nur eine einzige, klar deklarierte Proteinquelle minimiert das Risiko immunologischer Reaktionen und ermöglicht eine gezielte Ausschlussdiät.
- Neuartige Proteinquelle (Novel Protein): Die Proteinquelle sollte eine sein, mit der der Hund in seiner bisherigen Futterhistorie noch keinen Kontakt hatte – dadurch ist das Sensibilisierungsrisiko am niedrigsten.
- Strenge Ausschlussdiät über 8–12 Wochen: Keine Extras, keine Leckerlis, keine Zusätze. Jede fremde Proteinquelle kann die Diät zunichtemachen.
- Minimale Zutatenliste: Je weniger Komponenten ein Futter enthält, desto einfacher ist es, potenzielle Allergene zu identifizieren und auszuschließen.
- Hochverdauliche Zutaten: Gut verdauliche Proteine und Kohlenhydrate reduzieren die antigene Last im Darm und entlasten die Darmbarriere.
- Kreuzreaktionen beachten: Hunde, die auf Rind allergisch reagieren, können auch auf Lamm, Hirsch oder andere Wiederkäuer reagieren (Kreuzreaktivität). Rind, Milch und Lamm teilen gemeinsame Allergenstrukturen.
- Omega-3-Fettsäuren: EPA und DHA können entzündliche Hautreaktionen modulieren und die Hautbarriere stärken – wichtig als ergänzende Maßnahme bei atopischer Dermatitis.
Insektenprotein als neuartige Proteinquelle
Insektenprotein – etwa aus der Schwarzen Soldatenfliege (Hermetia illucens) – gilt als neuartige Proteinquelle (Novel Protein), mit der die meisten Hunde in ihrer Futterhistorie noch keinen Kontakt hatten. Ob eine Proteinquelle für einen Hund tatsächlich neu ist, hängt allein von seiner bisherigen Fütterung ab – neben Insekten kommen z. B. auch Pferd, Känguru oder hydrolysierte Proteine infrage.
Zusätzlich ist Insektenprotein gut verdaulich, liefert alle essentiellen Aminosäuren mit hoher biologischer Wertigkeit und enthält von Natur aus Laurinsäure, eine mittelkettige Fettsäure.
Schlüsselnährstoffe bei allergischen Hunden im Überblick
| Nährstoff / Komponente | Bedeutung bei Allergien | Hinweis |
|---|---|---|
| Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) | Hemmen die Produktion entzündlicher Eicosanoide (Arachidonsäure-Kaskade); können die Hautbarriere stärken und Juckreiz reduzieren; bei CAD ergänzend zur medikamentösen Therapie empfohlen | Fischöl oder Algenöl als Ergänzung; langfristig dosieren |
| Hochverdauliches Protein (Monoprotein) | Reduziert antigene Last im Darm; minimiert das Risiko immunologischer Reaktionen auf unbekannte Proteinanteile | Novel Protein bevorzugen; exakt deklarierte Einzelquelle wählen |
| Hypoallergene Kohlenhydratquelle | Tapioka, Kartoffel oder weißer Reis sind gut verträglich und weniger allergen als Weizen, Mais oder Gerste | Getreidefrei bevorzugen bei bekannter Weizen-Sensitivität |
| Vitamin E & Zink | Wichtig für die Hautbarrierefunktion und das Immunsystem | Auf ausreichende Versorgung im Futter achten |
| Vitamin A (Betacarotin) | Fördert die Regeneration der Haut- und Schleimhautbarriere; wichtig für die Differenzierung von Epithelzellen | Über naturbelassene Zutaten aufnehmen (z. B. Karotte, Kürbis) |
| Präbiotika (lösliche Ballaststoffe) | Fördern ein gesundes Darmmikrobiom, das die intestinale Immuntoleranz mitreguliert; eine gestörte Darmflora kann allergische Reaktionen verstärken | Inulin, FOS, Flohsamenschalen in geringen Mengen |
| Probiotika | Können helfen, das Gleichgewicht im intestinalen Immunsystem zu modulieren; Studienlage bei caniner Allergie noch begrenzt, aber vielversprechend | Nur nach Rücksprache mit Tierarzt; Stamm- und Qualitätswahl entscheidend |
BugBell – Insektenprotein als Ernährungsgrundlage
BugBell bietet Hundefutter mit Insektenprotein sowie vegane Rezepturen. Die Produkte wurden mit Tierärztinnen und Tierernährungswissenschaftlerinnen in Deutschland entwickelt und setzen auf eine neuartige, monoproteinbasierte Ernährungsgrundlage mit kurzer, offen deklarierter Zutatenliste. Ob und wie du eine Rezeptur für deinen Hund einsetzt, besprichst du am besten mit dem betreuenden Tierarzt.
Was BugBell-Produkte auszeichnet:
-
Insektenprotein als neuartige Proteinquelle – in der bisherigen Futterhistorie der meisten Hunde noch nicht vorgekommen
-
Monoprotein-Rezepturen – höchstens eine tierische Proteinquelle pro Produkt, das hält die Zutatenliste kurz und übersichtlich
-
Offen deklariert – alle Zutaten und prozentualen Mengenangaben werden vollständig und transparent ausgewiesen
-
Ohne Gluten, Soja, zugesetzten Zucker sowie Aroma- und Farbstoffe
-
Verschiedene Funktionslinien für unterschiedliche Bedürfnisse: HighSensitive für empfindliche Magen-Darm-Trakte, BellyVital für die Darmgesundheit, SkinHero zur Unterstützung von Haut und Fell – mit Insektenprotein oder vegan
-
Mit Tierärztinnen und Tierernährungswissenschaftlerinnen entwickelt und in Deutschland hergestellt

Die HighSensitive-Rezepturen im Überblick
| HighSensitive Trockenfutter | HighSensitive Nassfutter | HighSensitive Weiche Leckerli | |
|---|---|---|---|
| Futtermittelart | Alleinfuttermittel | Alleinfuttermittel | Ergänzungsfuttermittel |
| Proteinquelle(n) | Insektenprotein (28 %) | Insekten, frisch (50 %) | Insekten (70,5 %), Bakterienprotein (Methylococcus capsulatus, 10 %) |
| Kohlenhydratquelle | Tapioka (57 %) | Tapiokaperlen (12 %) | – |
| Weitere Zutaten | Mineralstoffe, Rapsöl, Leinöl | Apfelextrakt, Mineralstoffe, Algenöl | Glycerin, Cellulose |
| Rohprotein / Rohfett | 16 % / 12 % | 6,3 % / 5,6 % | 33 % / 7 % |
| Omega-3 / Omega-6 | 0,9 % / 1,3 % | 0,5 % / 0,9 % (davon EPA 0,08 %, DHA 0,16 %) | nicht deklariert |
| Laut Zusammensetzung ohne | Rind, Huhn, Lamm, Milchprodukte, Ei, Weizen, Mais und Soja | ||
Hinweis: Die Weichen Leckerli enthalten neben Insekten auch Bakterienprotein und damit zwei Proteinquellen. Vollständige Zusammensetzung, Zusatzstoffe und Fütterungsempfehlung findest du auf der jeweiligen Produktseite.
HighSensitive Trockenfutter Zum Produkt
HighSensitive Nassfutter Zum Produkt
HighSensitive Weiche Leckerli Zum Produkt
Häufige Fragen zu Allergien beim Hund (FAQ)
Wie erkenne ich, ob mein Hund eine Futterallergie hat?
Die häufigsten Hinweise sind dauerhafter Juckreiz (besonders an Pfoten, Ohren und Bauch), wiederkehrende Ohrenentzündungen und gleichzeitige Magen-Darm-Probleme. Da Futterallergie und Umweltallergie klinisch oft nicht zu unterscheiden sind, ist eine Ausschlussdiät unter tierärztlicher Aufsicht über 8–12 Wochen der einzig verlässliche Diagnoseweg.
Welches Futter ist bei Allergien am besten geeignet?
Bei Verdacht auf Futterallergie wird ein monoproteinbasiertes Futter mit einer neuartigen Proteinquelle eingesetzt, die der Hund bisher noch nicht gefressen hat, oder ein Futter mit hydrolysiertem Protein. Welche Proteinquelle für deinen Hund neu ist – z. B. Insekten, Pferd oder Känguru –, hängt von seiner Futterhistorie ab. Wichtig: Die Rezeptur sollte minimal und klar deklariert sein.
Können Bluttests Allergien beim Hund zuverlässig feststellen?
Nein. Serologische IgE-Tests (Bluttests) und Haartests haben für die Diagnose von Futterallergien keine ausreichende wissenschaftlich belegte Genauigkeit. Sie können ergänzend eingesetzt werden, um potenzielle Umweltallergene für eine Immuntherapie zu identifizieren – ersetzen aber nicht die Ausschlussdiät.
Kann sich ein Hund über die Zeit an neue Allergene gewöhnen?
Das Gegenteil ist wahrscheinlicher: Hunde können bei langfristiger Exposition gegen neue Proteine eine Sensibilisierung entwickeln. Deshalb empfehlen Experten, langfristig beim bewährten Novel-Protein-Futter zu bleiben und nicht unnötig zu wechseln.
Ist eine Allergie heilbar?
Futterallergien und atopische Dermatitis sind derzeit nicht heilbar. Durch konsequente Allergenkarenz (Futterallergie) oder allergenspezifische Immuntherapie (atopische Dermatitis) kann jedoch in vielen Fällen eine dauerhafte Symptomfreiheit oder deutliche Verbesserung erreicht werden.
Können Allergien beim Hund die Lebenserwartung verkürzen?
Unkontrollierte, chronische Allergien können zu dauerhaften Hautschäden, Sekundärinfektionen und erheblicher Einschränkung der Lebensqualität führen. Bei konsequenter Therapie ist jedoch in der Regel keine Verkürzung der Lebenserwartung zu erwarten.
Futterallergie oder Umweltallergie – wie finde ich den Unterschied?
Am Hautbild lassen sich beide kaum unterscheiden. Hinweise geben der zeitliche Verlauf (saisonale Beschwerden sprechen eher für Pollen) und Magen-Darm-Symptome (eher Futter). Sicher geklärt wird die Frage nur durch eine Ausschlussdiät: Verschwinden die Beschwerden und kehren sie mit dem alten Futter zurück, liegt eine Futterallergie vor.
Was kostet ein Allergietest beim Hund?
Je nach Praxis, Labor und Umfang etwa 100 bis 400 Euro, zuzüglich Untersuchung. Ein Allergietest ist nur sinnvoll, wenn eine Umweltallergie diagnostiziert ist und eine Desensibilisierung geplant wird.
Wissenschaftliche Quellen & Belege
- Favrot C, Steffan J, Seewald W, Picco F. A prospective study on the clinical features of chronic canine atopic dermatitis and its diagnosis. Vet Dermatol. 2010;21(1):23–31. – Prospektive Studie an einem großen CAD-Kollektiv: Entwicklung und Validierung der klinischen Favrot-Diagnosekriterien mit ca. 80 % Sensitivität und Spezifität; Nachweis, dass nahrungsinduzierte und nicht-nahrungsinduzierte atopische Dermatitis klinisch nicht voneinander unterscheidbar sind – Ausschlussdiät ist daher immer indiziert.
- Olivry T, DeBoer DJ, Favrot C, Jackson HA, Mueller RS, Nuttall T, Prélaud P; International Committee on Allergic Diseases of Animals (ICADA). Treatment of canine atopic dermatitis: 2015 updated guidelines from the International Committee on Allergic Diseases of Animals (ICADA). BMC Vet Res. 2015;11:210. – Internationaler Konsensusbericht: multifaktorieller Therapieansatz bei CAD; Kortikosteroide und Oclacitinib für akute Schübe; Ciclosporin und ASIT für Langzeittherapie; erhöhte Aufnahme essentieller Fettsäuren als supportive Maßnahme empfohlen.
- Hensel P, Santoro D, Favrot C, Hill P, Griffin C. Canine atopic dermatitis: detailed guidelines for diagnosis and allergen identification. BMC Vet Res. 2015;11:196. – ICADA-Leitlinien zur Diagnose und Allergenidentifikation: Intradermaltestung und IgE-Serologie dienen ausschließlich der Allergenidentifikation für ASIT; Allergy-Tests ersetzen keine Ausschlussdiät; Favrot-Kriterien als klinisches Diagnosewerkzeug bestätigt.
- Mueller RS, Olivry T, Prélaud P. Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats. BMC Vet Res. 2016;12:9. – Systematische Auswertung von Provokationsstudien an 297 Hunden: Die häufigsten Nahrungsallergene beim Hund sind Rind (34 %), Milchprodukte (17 %), Huhn (15 %) und Weizen (13 %); diese Proteine sollten im Rahmen einer Ausschlussdiät zunächst vollständig gemieden werden.
- Olivry T, Mueller RS, Prélaud P. Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (1): duration of elimination diets. BMC Vet Res. 2015;11:225. – Evidenzbasierte Analyse zur optimalen Dauer von Ausschlussdiäten: Nach 5 Wochen erreichen 80 % der futterallergischen Hunde eine Remission, nach 8 Wochen über 90 %; für weniger als 5 % der Hunde sind bis zu 13 Wochen erforderlich – Grundlage für die Empfehlung einer 8–12-wöchigen Diätdauer.
- Mueller RS, Unterer S. Adverse food reactions: Pathogenesis, clinical signs, diagnosis and alternatives to elimination diets. Vet J. 2018;236:89–95. – Übersichtsarbeit zur Pathogenese und Diagnose von Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Serologische Tests, Bluttests und Haartests sind für die Diagnose einer Futterallergie wissenschaftlich nicht zuverlässig; die Ausschlussdiät mit Novel Protein plus Kohlenhydratquelle ist der diagnostische Goldstandard; Langzeitmanagement durch Allergenkarenz.
- Hillier A, Griffin CE; ACVD Task Force on Canine Atopic Dermatitis. The ACVD task force on canine atopic dermatitis (I): incidence and prevalence. Vet Immunol Immunopathol. 2001;81(3–4):147–151. – Grundlegende Erhebung der ACVD-Task-Force: Die Prävalenz der atopischen Dermatitis beim Hund wird auf bis zu 10 % der Hundepopulation geschätzt; in allgemeinen Kleintierpraxen macht sie einen erheblichen Anteil der Vorstellungsgründe aus; atopische Dermatitis gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen beim Hund.
- Pilla R, Suchodolski JS. The gut microbiome of dogs and cats, and the influence of diet. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2021;51(3):605–621. – Übersichtsarbeit: Veränderte Darmflora (Dysbiose) kann die intestinale Immuntoleranz beeinträchtigen und allergische Reaktionen verstärken; präbiotische Ballaststoffe und Probiotika können das Mikrobiom stabilisieren und die mukosale Immunregulation positiv beeinflussen – Argument für eine darmorientierte Ernährungsstrategie auch bei allergischen Hunden.
- Olivry T, Mueller RS. Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (9): time to flare of cutaneous signs after a dietary challenge in dogs and cats with food allergies. BMC Vet Res. 2020;16:158. – Analyse von Provokationsdaten: Nach Wiedereinführung des Allergens treten Symptome bei Hunden meist innerhalb von 1–14 Tagen auf; diese Daten sind entscheidend für die korrekte Durchführung und Interpretation des Provokationstests nach einer Ausschlussdiät.
- Olivry T, Mueller RS. Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (8): storage mites in commercial pet foods. BMC Vet Res. 2019;15:385. – Übersichtsarbeit: Vorratsmilben sind in frisch geöffnetem Trockenfutter meist kaum nachweisbar, können sich aber bei warmer, feuchter Lagerung vermehren; Empfehlung: Futter kühl, trocken und verschlossen im Haus lagern und für Ausschlussdiät und Provokation frisch gekaufte Packungen verwenden.
- Premrov Bajuk B, Zrimšek P, Kotnik T, Leonardi A, Križaj I, Jakovac Strajn B. Insect protein-based diet as potential risk of allergy in dogs. Animals. 2021;11(7):1942. – Laborstudie: IgE von Hunden, die gegen Vorratsmilben sensibilisiert waren, band an Proteine des Mehlwurms (u. a. Tropomyosin); die Autoren empfehlen, die Allergenität von Insekten als Futterprotein weiter zu untersuchen.
- Bundesverband für Tiergesundheit (BfT). Hintergrundinformation Allergie. Stand 24.03.2026. – Flohspeichelallergie als häufigste Allergie beim Hund; Eliminationsdiät über mindestens acht Wochen; Desensibilisierung mit Wirkung nach vier bis sechs Monaten und Erfolgsaussichten über 70 %.
- Kleintierklinik der LMU München, Abteilung Dermatologie und Allergologie. Umweltallergie beim Hund (Informationsblatt für Tierhalter). – Hauttest erst nach Diagnose der atopischen Dermatitis; juckreizstillende Medikamente vorher absetzen; Desensibilisierung teils nach 2–3 Jahren beendbar, teils lebenslang.
- ARAG Tierversicherung. Allergien beim Hund. – Kosten eines Allergietests auf Milben und Pollen je nach Tierarzt etwa 100 bis 400 Euro.
BugBell Hundefutter
Hinweis: Unsere Produkte können zur ernährungsphysiologischen Unterstützung beitragen, stellen jedoch keine Heilmittel dar. Bitte suche bei gesundheitlichen Problemen deines Hundes immer professionelle tiermedizinische Beratung auf.






