Clostridien beim Hund: Symptome, Ursachen und Hilfe
Clostridien beim Hund sind Bakterien, die natürlicherweise im Darm vorkommen, bei einer Überwucherung jedoch gefährliche Giftstoffe produzieren und eine Clostridiose auslösen können. Die Erkrankung äußert sich vor allem durch blutigen Durchfall, Erbrechen und starke Bauchschmerzen. Mit der richtigen Ernährung, gut verträglichem Hundefutter und tierärztlicher Behandlung lässt sie sich in den meisten Fällen gut behandeln und langfristig kontrollieren.
Dieser Artikel wurde von einem Ernährungsexperten für Hunde verfasst und dient zur allgemeinen Information. Er ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder individuelle Behandlungsempfehlung.

Inhaltsverzeichnis
- Was sind Clostridien beim Hund?
- Clostridium perfringens und Clostridium difficile beim Hund
- Wie entsteht eine Clostridiose beim Hund?
- Ursachen und Risikofaktoren für Clostridien beim Hund
- Symptome einer Clostridiose beim Hund erkennen
- Diagnose: Wie werden Clostridien beim Hund nachgewiesen?
- Ernährung bei Clostridien – welches Futter ist geeignet?
- Schlüsselnährstoffe bei Clostridiose im Überblick
- Behandlung und Therapie der Clostridiose beim Hund
- Wiederkehrende Clostridien – was tun bei chronischem Verlauf?
- Prognose und Verlauf der Clostridiose
- Häufige Fragen zu Clostridien beim Hund (FAQ)
- Wissenschaftliche Quellen & Belege
Was sind Clostridien beim Hund?
Clostridien (Singular: Clostridium) sind grampositive, sporenbildende Bakterien, die in der Umwelt – im Erdboden, in Gewässern und im Darmtrakt von Tieren und Menschen – weit verbreitet sind. Beim gesunden Hund kommen sie als natürlicher Bestandteil der Darmflora in geringen Mengen vor, ohne Schaden anzurichten.
Das Problem entsteht, wenn sich Clostridien unkontrolliert vermehren und dabei Enterotoxine (Darmgifte) produzieren. Diese Giftstoffe schädigen die Darmschleimhaut, stören die Barrierefunktion des Darms und lösen die als Clostridiose bezeichnete Erkrankung aus. Da Clostridien hitzeresistente Sporen bilden, können sie in der Umwelt jahrelang überleben und sind dadurch besonders schwer zu bekämpfen.

Clostridium perfringens und Clostridium difficile beim Hund
Beim Hund sind vor allem zwei Clostridien-Arten klinisch relevant:
| Merkmal | Clostridium perfringens | Clostridium difficile |
|---|---|---|
| Vorkommen beim Hund | Häufigste Form; normaler Darmkeim in geringen Mengen | Seltener; vor allem nach Antibiotikagabe oder Krankenhausaufenthalt |
| Produzierte Toxine | Alpha-, Beta-, Epsilon-, Iota-Toxin sowie Enterotoxin (CPE) | Toxin A (Enterotoxin) und Toxin B (Zytotoxin) |
| Typische Symptome | Blutiger, wässriger Durchfall, Erbrechen, Bauchkrämpfe | Schwerer, oft wässriger Durchfall; kann pseudomembranöse Kolitis verursachen |
| Übertragungsweg | Fäkal-oral, kontaminiertes Futter, Umweltsporen | Fäkal-oral, häufig nach Störung der Darmflora |
| Zoonose-Potenzial | Gering, aber vorhanden – Hygiene wichtig | Nachgewiesen; Übertragung auf Menschen möglich |
Wie entsteht eine Clostridiose beim Hund?
Eine Clostridiose entsteht nicht allein dadurch, dass Clostridien im Darm vorhanden sind – das ist beim gesunden Hund normal. Die Erkrankung bricht aus, wenn das Gleichgewicht der Darmflora (Mikrobiom) gestört wird und Clostridien die Oberhand gewinnen. Dieses Ungleichgewicht wird als Dysbiose bezeichnet.
Im gesunden Darm halten nützliche Bakterienstämme (z. B. Lactobacillus, Bifidobacterium) die Clostridien-Population durch Konkurrenz um Nährstoffe und Haftungsstellen in Schach. Bricht dieses natürliche Gleichgewicht zusammen, können Clostridien explosionsartig wachsen, Toxine freisetzen und die Darmschleimhaut schädigen.
Die freigesetzten Toxine – insbesondere das Clostridium-perfringens-Enterotoxin (CPE) – binden sich an spezifische Rezeptoren der Darmschleimhaut, zerstören die engen Verbindungen zwischen den Epithelzellen (sogenannte „Tight Junctions") und führen so zu einem unkontrollierten Flüssigkeits- und Elektrolytverlust – dem charakteristischen blutigen Durchfall der Clostridiose.
Ursachen und Risikofaktoren für Clostridien beim Hund
Folgende Faktoren können eine Überwucherung mit Clostridien begünstigen:
- Antibiotikagabe: Antibiotika vernichten nicht nur Krankheitserreger, sondern auch schützende Darmbakterien – und schaffen so Raum für Clostridien. Dies ist einer der häufigsten Auslöser einer Clostridiose.
- Fütterungsfehler: Eine plötzliche Futterumstellung, fett- und proteinreiches Futter oder das Fressen von Kadavern, Kompost oder Aas begünstigt die Überwucherung erheblich.
- Rohfleisch (BARF): Rohes Fleisch, insbesondere Geflügel, kann mit Clostridien kontaminiert sein und eine erhöhte Keimbelastung in den Darm einbringen.
- Stress: Stressige Ereignisse (Umzug, neue Familienmitglieder, Zwingerhaltung) schwächen die Darmbarriere über die Darm-Hirn-Achse und begünstigen eine Dysbiose.
- Immunsuppression: Erkrankungen oder Medikamente, die das Immunsystem schwächen, erhöhen das Risiko erheblich.
- Bestehende Darmerkrankungen: Hunde mit IBD, Pankreatitis oder anderen Magen-Darm-Erkrankungen sind anfälliger für eine Clostridien-Überwucherung.
- Junges oder hohes Alter: Welpen mit unreifem Immunsystem und ältere Hunde mit nachlassender Immunabwehr erkranken häufiger.
- Umweltkontamination: Aufnahme von kontaminiertem Wasser, Erde oder Kot infizierter Tiere.
Symptome einer Clostridiose beim Hund erkennen
Die Symptome einer Clostridiose können plötzlich und heftig auftreten. Typische Anzeichen sind:
- Akuter, blutiger oder schleimiger Durchfall – häufig das auffälligste Warnsignal
- Wässriger Durchfall in großen Mengen, oft mit üblem Geruch
- Erbrechen, häufig zusammen mit Durchfall
- Starke Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe
- Dehydratation durch massiven Flüssigkeitsverlust
- Ausgeprägte Lethargie und Schwäche
- Appetitlosigkeit und Verweigerung des Futters
- Fieber in manchen Fällen
- Aufgeblähter, schmerzhafter Bauch
- In schweren Fällen: Schocksymptome (Blässe der Schleimhäute, beschleunigter Puls, Kollaps)
Besonders besorgniserregend ist die sogenannte hämorrhagische Gastroenteritis (HGE), bei der es innerhalb kurzer Zeit zu massivem Blutverlust über den Darm kommen kann. Diese Form kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige tierärztliche Behandlung.

Diagnose: Wie werden Clostridien beim Hund nachgewiesen?
Die Diagnose einer Clostridiose ist nicht trivial, da Clostridien auch bei gesunden Hunden im Kot nachweisbar sein können. Allein der Nachweis der Bakterien genügt daher nicht – entscheidend ist der Nachweis der Toxine in Kombination mit dem klinischen Bild des Hundes.
Typische diagnostische Maßnahmen:
- Kotuntersuchung auf Toxine: ELISA-Test oder PCR zum Nachweis von Clostridium-perfringens-Enterotoxin (CPE) oder C.-difficile-Toxinen A/B – dies ist der aussagekräftigste Einzeltest
- Kotkultur: Anzucht der Bakterien und quantitative Beurteilung der Keimzahl
- Mikroskopische Untersuchung: Nachweis von Endosporen im Kotausstrich (häufige Sporen können auf eine Überwucherung hinweisen)
- Blutuntersuchung: Hämatokrit (bei HGE oft stark erhöht), Gesamteiweiß, Elektrolyte, Entzündungsparameter
- Ultraschall: Beurteilung der Darmwand, Ausschluss von Fremdkörpern oder anderen Ursachen
- Ausschluss anderer Erkrankungen: Parvovirose, Parasiten, Pankreatitis, Darmeinstülpung (Intussuszeption)

Ernährung bei Clostridien – welches Futter ist geeignet?
Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle – sowohl bei der Entstehung als auch bei der Behandlung und Vorbeugung einer Clostridiose. Fett- und proteinreiches Futter, rohes Fleisch sowie abrupte Futterumstellungen gelten als wichtige Triggerfaktoren. Umgekehrt kann eine gezielte Ernährungsanpassung dazu beitragen, das Darmmikrobiom zu stabilisieren und erneuten Schüben vorzubeugen.
Akutphase: Schonkost beim Hund mit Clostridiose
In der akuten Phase der Clostridiose steht zunächst die Entlastung des Darms im Vordergrund:
- Kurzes Fasten (12–24 Stunden) kann sinnvoll sein, um den Darm zu beruhigen – nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt und nur bei erwachsenen Hunden ohne Dehydratation
- Schonkost: Leicht verdauliche Einzelkomponenten wie gekochtes Hühnerfleisch mit weißem Reis oder Kartoffeln, bis sich der Kot normalisiert
- Kleine, häufige Mahlzeiten: 4–6 kleine Portionen täglich statt weniger großer Mahlzeiten
- Ausreichend Flüssigkeit: Frisches Wasser immer verfügbar; bei starker Dehydratation ggf. Elektrolytlösung nach tierärztlicher Empfehlung
Langfristige Ernährung zur Vorbeugung von Clostridien-Schüben
Nach der Akutphase ist eine dauerhaft angepasste Ernährung entscheidend, um erneute Clostridien-Überwucherungen zu vermeiden:
- Fettarmes Futter: Fett fördert das Wachstum von Clostridien, da es schwer verdaulich ist und unverdaut als Nährboden dient. Der Fettgehalt sollte dauerhaft moderat gehalten werden (unter 12 % in der Trockensubstanz).
- Hochverdauliches Protein: Leicht verdauliche Proteinquellen hinterlassen weniger unverdaute Reste im Dickdarm, die Clostridien als Nahrung dienen könnten. Neuartige Proteine wie Insektenprotein sind besonders geeignet.
- Ausreichend lösliche Ballaststoffe (Präbiotika): Lösliche Fasern wie Flohsamenschalen, Inulin, FOS oder Pektin werden im Dickdarm fermentiert und fördern nützliche Bakterienstämme, die Clostridien verdrängen können.
- Keine plötzlichen Futterumstellungen: Jede Futterumstellung sollte über mindestens 7–10 Tage schrittweise erfolgen.
- Kein rohes Fleisch (BARF): Rohfleisch, insbesondere Geflügel, stellt bei Hunden mit Neigung zu Clostridiose ein erhöhtes Risiko dar und sollte gemieden werden.
- Kein Zugang zu Aas, Kompost oder fremdem Kot: Konsequente Leinenkontrolle und Sicherung des Gartens.

Schlüsselnährstoffe bei Clostridiose im Überblick
Diese Nährstoffe sind bei Clostridien-Erkrankungen besonders relevant – entweder weil sie durch die Erkrankung verloren gehen oder weil sie aktiv zur Stabilisierung des Darms beitragen können:
| Nährstoff / Komponente | Bedeutung bei Clostridiose | Hinweis |
|---|---|---|
| Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid) | Massiver Verlust durch Durchfall und Erbrechen; Elektrolytmangel kann zu Herzrhythmusstörungen und Kreislaufversagen führen | Erhöhter Gehalt im Futter; in schweren Fällen intravenöse Infusion notwendig |
| Flohsamenschalen (lösliche Ballaststoffe) | Quellen im Darm auf und binden überschüssige Flüssigkeit – wirken dadurch stuhlregulierend sowohl bei Durchfall als auch Verstopfung; Fermentation fördert nützliche Bakterien | Langsam einführen; stets mit ausreichend Wasser füttern |
| Heidelbeeren (Antioxidantien & Ballaststoffe) | Enthalten Anthocyane mit nachgewiesener antimikrobieller Wirkung gegen pathogene Darmbakterien; Ballaststoffe fördern eine gesunde Darmflora und können die Ansiedlung nützlicher Bakterien unterstützen | Wichtige funktionale Zutat in der BellyVital-Linie |
| Prä- und Probiotika | Fördern nützliche Bakterienstämme (v. a. Laktobazillen, Bifidobakterien), die Clostridien kompetitiv verdrängen; kurzkettige Fettsäuren (SCFA) aus der Fermentation stärken die Darmbarriere | Qualität und Stammwahl entscheidend; nur in Absprache mit Tierarzt |
| Mariendistel | Enthält Silymarin, das die Leberfunktion unterstützen kann; eine gesunde Leber ist essenziell für eine funktionierende Verdauung und Entgiftung | In der BellyVital-Rezeptur enthalten |
| Löwenzahn | Unterstützt Leber- und Gallenfunktion; enthält Inulin als natürliches Präbiotikum, das die Darmflora fördern kann | In der BellyVital-Rezeptur enthalten |
| Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) | Können entzündliche Prozesse in der Darmschleimhaut modulieren und die Regeneration nach einer Schädigung unterstützen | Fischöl oder Algenöl als Ergänzung sinnvoll |
| Vitamin B12 (Cobalamin) | Wird bei chronischer Darmschleimhautschädigung schlechter resorbiert; Mangel begünstigt weitere Darmprobleme | Kontrolle per Bluttest; ggf. Substitution als Injektion |
| Zink | Wichtig für die Regeneration der Darmschleimhaut und eine gesunde Immunfunktion; bei starkem Durchfall erhöhte Verluste | Auf ausreichende Versorgung im Futter achten |
| Wasser / Flüssigkeit | Clostridien verursachen starke Flüssigkeitsverluste; Dehydratation ist die häufigste Todesursache bei schwerer Clostridiose | Immer frisches Wasser ad libitum; bei Verweigerung sofort Tierarzt aufsuchen |
Empfehlung: BugBell BellyVital
Für Hunde, die zur Clostridien-Überwucherung neigen oder eine Clostridiose durchgemacht haben, eignet sich die BugBell BellyVital-Produktreihe aufgrund ihrer gezielt auf die Darmgesundheit abgestimmten Rezeptur als langfristige Futteroption – stets in Absprache mit dem betreuenden Tierarzt.
BellyVital wurde speziell für Hunde mit sensibler Verdauung entwickelt und enthält funktionale Zutaten, die zur Unterstützung einer ausgeglichenen Darmflora beitragen können:
-
Flohsamenschalen als natürlicher, löslicher Ballaststoff zur Stuhlregulierung und Förderung nützlicher Darmbakterien
-
Heidelbeeren mit antimikrobiellen Anthocyanen und Ballaststoffen zur Unterstützung der Darmflora
-
Prä- und Probiotika zur Förderung einer natürlichen Darmbalance
-
Mariendistel und Löwenzahn zur Unterstützung der Leber- und Gallenfunktion, die für eine gesunde Verdauung essenziell ist
-
Fettarm, magenschonend und ohne Getreide, Zucker, Soja sowie Aroma- und Farbstoffe
-
Erhältlich als Trockenfutter, Topping, Hundekeks, Knabbersticks, weiche Leckerli und Darm-Elixier – für jede Fütterungssituation passend

Behandlung und Therapie der Clostridiose beim Hund
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und wird immer vom Tierarzt festgelegt. Typische Therapiebausteine sind:
-
Antibiotika: Metronidazol ist das Mittel der ersten Wahl bei Clostridiose – es wirkt gezielt gegen anaerobe Bakterien wie Clostridien und hat zusätzlich entzündungshemmende Eigenschaften. Bei C. difficile kommen ggf. Amoxicillin oder Tylosin zum Einsatz. Wichtig: Antibiotika sollten konsequent und vollständig verabreicht werden, um Resistenzen zu vermeiden.
-
Infusionstherapie: Bei starker Dehydratation und Elektrolytverlust ist eine intravenöse Flüssigkeitstherapie notwendig, um den Kreislauf zu stabilisieren.
-
Probiotika nach Antibiotikatherapie: Um die durch Antibiotika geschädigte Darmflora zu regenerieren, werden im Anschluss häufig Probiotika eingesetzt. Der Einsatz sollte zeitversetzt zur Antibiotikaeinnahme erfolgen.
-
Magenregulantien und Motilitätsmodifikatoren: Können bei starkem Erbrechen oder Krämpfen supportiv eingesetzt werden.
-
Schonkost und langfristige Ernährungsanpassung: Begleitend zur medikamentösen Therapie und dauerhaft zur Vorbeugung von Rückfällen.
Wiederkehrende Clostridien – was tun bei chronischem Verlauf?
Manche Hunde leiden unter rezidivierender Clostridiose – die Symptome kehren trotz Behandlung immer wieder zurück. Dies ist häufig ein Zeichen dafür, dass die Grundursache der Dysbiose noch nicht beseitigt wurde.
Mögliche Gründe für wiederkehrende Clostridien beim Hund:
- Anhaltend ungünstige Ernährung (zu fett, zu schlecht verdaulich)
- Nicht erkannte Grunderkrankung (IBD, EPI, Pankreatitis)
- Wiederholte Antibiotikabehandlungen, die das Mikrobiom dauerhaft destabilisieren
- Chronischer Stress ohne adäquates Management
- Reinfektionen aus der Umgebung (Sporen im Garten, kontaminiertes Wasser)
Bei wiederkehrenden Clostridien empfiehlt sich eine erweiterte Diagnostik inklusive Mikrobiom-Analyse (Kotmikrobiom-Sequenzierung), um das Ausmaß der Dysbiose zu beurteilen. In hartnäckigen Fällen wird zunehmend auch die fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) bei Hunden eingesetzt – dabei wird Kot eines gesunden Spendertieres übertragen, um ein gesundes Mikrobiom zu etablieren.

Prognose und Verlauf der Clostridiose
Die Prognose bei einer unkomplizierten Clostridiose ist in der Regel gut bis sehr gut, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird. Die meisten Hunde erholen sich innerhalb weniger Tage vollständig.
Folgende Faktoren beeinflussen die Prognose:
- Schwere der Erkrankung und Grad der Dehydratation zum Zeitpunkt der Behandlung
- Vorliegen einer hämorrhagischen Gastroenteritis (HGE) – schlechtere Prognose, aber bei sofortiger Behandlung überlebbar
- Vorhandensein von Grunderkrankungen (IBD, EPI, Immunschwäche)
- Konsequenz der Ernährungsumstellung nach der Akutphase
- Vermeidung von Risikofaktoren (Rohfleisch, Aas, Antibiotika ohne Indikation)
Bei der hämorrhagischen Gastroenteritis (HGE) als schwerster Form ist umgehende Behandlung entscheidend: Ohne Therapie kann HGE innerhalb von Stunden lebensbedrohlich werden. Mit sofortiger Infusionstherapie und Antibiotikagabe überleben jedoch die meisten Hunde ohne bleibende Schäden.
Häufige Fragen zu Clostridien beim Hund (FAQ)
Sind Clostridien beim Hund ansteckend für Menschen?
Grundsätzlich haben Clostridien ein gewisses Zoonose-Potenzial, besonders Clostridium difficile. Das Ansteckungsrisiko für gesunde Erwachsene ist gering, aber vorhanden. Immungeschwächte Personen, Ältere und Kleinkinder sollten den direkten Kontakt mit dem Kot eines erkrankten Hundes meiden. Gründliches Händewaschen nach dem Kontakt mit einem erkrankten Tier ist in jedem Fall wichtig.
Welches Futter ist bei Clostridien beim Hund am besten geeignet?
In der Akutphase eignet sich leicht verdauliche Schonkost (z. B. gekochtes Hühnchen mit Reis). Langfristig empfiehlt sich fettarmes, hochverdauliches Futter mit präbiotischen Ballaststoffen wie Flohsamenschalen sowie darmunterstützenden Zutaten wie Heidelbeeren und Probiotika – wie die BugBell BellyVital-Linie.
Wie lange dauert eine Clostridiose beim Hund?
Eine unkomplizierte Clostridiose klingt mit der richtigen Behandlung meist innerhalb von 3–7 Tagen ab. Bei schwerer HGE oder Grunderkrankungen kann die vollständige Erholung mehrere Wochen dauern. Ohne Behandlung kann sich die Erkrankung rasch verschlimmern.
Kann man Clostridien beim Hund vorbeugen?
Ja. Die wichtigsten Vorbeugemaßnahmen sind: fettarme, leicht verdauliche Ernährung mit präbiotischen Zutaten, keine plötzlichen Futterumstellungen, Verzicht auf rohes Geflügel, saubere Wasserschüsseln, Vermeidung von Aas und Kompost sowie gezielter Probiotika-Einsatz nach jeder Antibiotikagabe – immer in Absprache mit dem Tierarzt.
Sind Clostridien dasselbe wie eine Vergiftung beim Hund?
Nicht direkt. Clostridien produzieren zwar Giftstoffe (Toxine), es handelt sich aber um eine bakterielle Infektionskrankheit, nicht um eine klassische Vergiftung von außen. Der Mechanismus ähnelt einer Lebensmittelvergiftung: Die Toxine schädigen die Darmschleimhaut und verursachen die typischen Symptome.
Können Hunde mit IBD gleichzeitig Clostridien haben?
Ja, und das ist keine Seltenheit. Hunde mit IBD haben eine gestörte Darmbarriere und ein verändertes Mikrobiom, was sie anfälliger für eine Clostridien-Überwucherung macht. In diesem Fall muss die Behandlung beide Erkrankungen berücksichtigen. Eine enge tierärztliche Betreuung und eine dauerhaft angepasste Ernährung – etwa mit der BellyVital-Produktreihe – sind dann besonders wichtig.
Wissenschaftliche Quellen & Belege
- Weese JS, Staempfli HR, Prescott JF, Kruth SA, Greenwood SJ, Weese HE. The roles of Clostridium difficile and enterotoxigenic Clostridium perfringens in diarrhea in dogs. J Vet Intern Med. 2001;15(4):374–378. – Prospektive Studie (87 Hunde mit Durchfall, 55 gesunde Hunde): CPE-Toxin wurde bei 28 % der erkrankten Hunde nachgewiesen, jedoch nur bei 5 % der gesunden Kontrollen (p = 0,01); C.-difficile-Toxine bei 21 % vs. 7 %.
- Marks SL, Kather EJ, Kass PH, Melli AC. Genotypic and phenotypic characterization of Clostridium perfringens and Clostridium difficile in diarrheic and healthy dogs. J Vet Intern Med. 2002;16(5):533–540. – Untersuchung von 132 Hunden (hospitalisiert erkrankt, hospitalisiert gesund, ambulant gesund): Nachweis, dass das bloße Vorhandensein der Bakterien ohne Toxinnachweis klinisch nicht verwertbar ist – Goldstandard ist der Toxinnachweis per ELISA oder PCR.
- Marks SL, Rankin SC, Byrne BA, Weese JS. Enteropathogenic bacteria in dogs and cats: diagnosis, epidemiology, treatment, and control. J Vet Intern Med. 2011;25(6):1195–1208. – Konsensusbericht des American College of Veterinary Internal Medicine (ACVIM): umfassende Leitlinien zu Diagnose, Epidemiologie, Therapie und Hygienemaßnahmen bei enteropathogenen Bakterien (inkl. C. perfringens, C. difficile) bei Hund und Katze; Alkohol-basierte Händedesinfektionsmittel wirken nicht gegen Clostridien-Sporen.
- Weese JS, Finley R, Reid-Smith R, Janecko N, Rousseau J. Evaluation of Clostridium difficile in dogs and the household environment. Epidemiol Infect. 2010;138(8):1100–1104. – C. difficile wurde in 31 % der untersuchten Haushalte und bei 10 % der Haushundsfunde nachgewiesen; Ribotyp 027 (hochvirulenter Stamm) war der häufigste Umweltstamm (25 %); Zusammenleben mit immungeschwächten Personen als Risikofaktor identifiziert.
- Sindern N, Suchodolski JS, Leutenegger CM, Mehdizadeh Gohari I, Prescott JF, Proksch AL, Mueller RS, Busch K, Unterer S. Prevalence of Clostridium perfringens netE and netF toxin genes in the feces of dogs with acute hemorrhagic diarrhea syndrome. J Vet Intern Med. 2019;33(1):100–105. – Nachweis, dass die porenbildenden Toxine NetE und NetF von C. perfringens Typ A als Hauptpathogenitätsfaktoren bei der hämorrhagischen Gastroenteritis (AHDS/HGE) des Hundes gelten; plädiert für gezielte PCR-basierte Diagnostik statt allgemeiner Kulturverfahren.
- Suchodolski JS, Markel ME, Garcia-Mazcorro JF, Unterer S, Heilmann RM, Dowd SE, et al. The fecal microbiome in dogs with acute diarrhea and idiopathic inflammatory bowel disease. PLoS ONE. 2012;7(12):e51907. – Signifikante Reduktion der mikrobiellen Diversität und des Anteils nützlicher Stämme (u. a. Faecalibacterium, Blautia) bei Hunden mit akutem Durchfall und IBD im Vergleich zu gesunden Kontrollen; legt die pathogenetische Bedeutung der Dysbiose bei caninen Darmerkrankungen dar.
- Pilla R, Suchodolski JS. The gut microbiome of dogs and cats, and the influence of diet. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2021;51(3):605–621. – Übersichtsarbeit: Hoch-Protein/Hoch-Fett-Diäten (z. B. rohes Fleisch) erhöhen den caninen Dysbiose-Index signifikant; eine hochverdauliche, ballaststoffreiche Diät sowie Prä- und Probiotika können die mikrobielle Diversität und die SCFA-Produktion fördern; Ernährungsänderungen erfordern eine langfristige Beibehaltung.
- Viegas FM, Ramos CP, Xavier RGC, Lopes EO, Oliveira Junior CA, Bagno RM, et al. Fecal shedding of Salmonella spp., Clostridium perfringens, and Clostridioides difficile in dogs fed raw meat-based diets. PLoS One. 2020;15(4):e0231275. – Rohfleisch-gefütterte Hunde schieden signifikant häufiger C. perfringens und C. difficile mit dem Kot aus als kommerziell gefütterte Hunde; unterstreicht das erhöhte Ausbruchsrisiko unter BARF-Ernährung sowie das Zoonose-Potenzial für Tierhalter.
- Suchodolski JS. Analysis of the gut microbiome in dogs and cats. Vet Clin Pathol. 2022;50(Suppl 1):6–17. – Validierung des caninen Dysbiose-Index (DI) als qPCR-basiertes Diagnostikum; Breitspektrum-Antibiotika (u. a. Metronidazol) reduzieren Clostridium hiranonis signifikant und verursachen eine persistente Dysbiose, die sich bei manchen Tieren über Monate hält – Argument für einen zurückhaltenden, gezielten Antibiotikaeinsatz.
Hundefutter bei Clostridien / Clostridiose
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